LHG 60G

Aus FunkFeuer Wiki
< Hardware
Version vom 7. Juni 2026, 22:09 Uhr von Parasew (Diskussion | Beiträge) (Textupdate, genauere Formulierung zur Rolle der .brd Dateien)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
MikroTik LHG 60G
1814 hi res.png
Name

LHG 60G

Hersteller

MikroTik

Veraltet

Nein

Outdoor

Ja

Antenne

Ja

System
PoE

passiv

Netzwerk
LAN-Ports

1

Switch

Nein

WLAN

Ja

WLAN Band

60 GHz

WLAN Standard

802.11ad

Antennenanschluss

intern

Antenne
Antennentyp

Parabol

Antennengewinn
Polarisation


Router



Hinweis zu OpenWrt und 60 GHz

Die MikroTik RBLHGG-60ad / LHG 60G sind derzeit keine empfehlenswerten OpenWrt-Ziele für produktive 60-GHz-Funkstrecken. Die 60-GHz-Funkhardware basiert auf Qualcomm/Wilocity-802.11ad-Technik und wird unter Linux über den wil6210-Treiber angesprochen. Dieser benötigt neben dem eigentlichen Firmware-Blob auch eine passende Boarddatei, also eine .brd-Datei.

Diese BRD-Dateien sind keine normale Firmware, sondern enthalten Board- und Radio-Parameter für das jeweilige 60-GHz-Hardwaredesign. Dazu gehören insbesondere Kalibrations- und RF-Parameter, die zum konkreten Baseband-/RF-/Antennen-Frontend passen müssen. Bei 60-GHz-Phased-Array-Hardware ist das besonders relevant, weil Beamforming, Sende-/Empfangspfade und die Abstimmung des Antennenfrontends nicht generisch betrieben werden können. Ungenaue oder falsche Boarddateien können daher dazu führen, dass die Funkhardware gar nicht, instabil oder mit falschen RF-Parametern arbeitet.

Die BRD-Datei sollte deshalb nicht als beliebig austauschbare Treiberdatei verstanden werden. Sie ist an die jeweilige Hardwareplattform und unter Umständen auch an bestimmte Board-, RF- oder Baseband-Revisionen gebunden. Terragraph dokumentiert für Qualcomm/Talyn-basierte 60-GHz-Plattformen beispielsweise ein Suchschema, bei dem der Treiber zuerst nach einer nativen Boarddatei pro PCI-/Baseband-Instanz sucht und erst danach auf eine generische beziehungsweise „golden“ Boarddatei zurückfällt: Terragraph: Firmware Versioning. Das ist nicht eins zu eins MikroTik-spezifische Dokumentation, zeigt aber gut, welche Rolle diese Dateien im Qualcomm-60-GHz-Stack spielen.

Für MikroTik-60-GHz-Geräte unter OpenWrt ist daher problematisch, dass passende Firmware- und BRD-Dateien nicht einfach Teil einer vollständig upstream integrierten, sauber dokumentierten OpenWrt-Unterstützung sind. Sie müssen in der Praxis aus der Hersteller-Firmware extrahiert oder anderweitig passend bereitgestellt werden. In den experimentellen Mikrotik-researcher-tools wurde etwa explizit eine aus MikroTik RouterOS übernommene BRD-Datei ergänzt; siehe den entsprechenden Commit: Mikrotik-researcher-tools: add wil6210 BRD file.

Zusätzlich existieren unterschiedliche Hardware- und Board-Revisionen. Je nach Revision, RouterBOOT-Version und Flash-/Partitionslayout kann das Booten, Flashen oder Wiederherstellen deutlich schwieriger sein als bei klassischen OpenWrt-Geräten mit gut dokumentierter U-Boot-/TFTP-Recovery.

Bemerkenswert ist, dass das LHG 60G laut OpenWrt-ToH eines der wenigen dokumentierten OpenWrt-Targets mit integrierter 60-GHz-Funkhardware ist: OpenWrt-ToH: MikroTik RBLHGG-60ad / LHG 60G. Gerade deshalb sollte diese Unterstützung als experimentell und forschungsnah eingestuft werden, nicht als belastbare Grundlage für produktive Installationen.

Es existieren experimentelle Arbeiten und Diskussionen dazu, siehe OpenWrt-devel-Mailingliste, OpenWrt-Forum und Mikrotik-researcher-tools. Diese zeigen, dass Experimente mit MikroTik-60-GHz-Geräten unter OpenWrt/Linux grundsätzlich möglich sind. Sie ersetzen aber keine stabile, vollständig upstream integrierte und produktiv abgesicherte OpenWrt-Unterstützung.

Empfehlung für Funkstrecken

Für produktive 60-GHz-Links setzen wir daher auf die originale MikroTik-Firmware und behandeln die Geräte als transparente Medienkonverter beziehungsweise Ethernet-Bridges. Routing, Monitoring und OLSRv2 laufen auf separaten OpenWrt-Geräten hinter den 60-GHz-Links.